Serpil Midyatli: Schutzbedürftige Frauen brauchen ein ausreichendes Angebot

Kiel (ots) – Häusliche Gewalt gegen Frauen ist keine Privatsache mehr. Gewalt, die oft in den eigenen vier Wänden stattfindet – also an einem Ort, wo man sich eigentlich sicher fühlen sollte – ist leider für viele Frauen Realität. Der Ausweg ist oft nur noch das Frauenhaus.

Daher freuen wir uns ausdrücklich, dass es uns gelungen ist, hier für die Sache einen gemeinsamen Antrag zu formulieren. Dieses fiel uns nicht schwer, da wir feststellen, dass die neue Koalition die Arbeit der Küstenkoalition im Bereich der Frauenhäuser fortführen möchte. Ein besonderes Anliegen von uns ist neben er geforderten Bestandsanalyse auch eine Bedarfsanalyse durchzuführen, denn wir glauben, dass die Mittel in Höhe von drei Millionen Euro dazu benötigt werden, um den Sanierungsstau in den Häusern zu beheben. Leider kommt es immer noch vor, dass Frauen in vier Bettzimmern untergebracht werden und eine viel zu hohe Anzahl von Frauen sogar von den Frauenhäusern abgewiesen werden, da kein Platz in den Frauenhäusern ist. Wir werden dann, nachdem uns konkrete Zahlen vorliegen, weitere Mittel investieren, um ein ausreichendes Angebot für alle schutzbedürftige Frauen zu schaffen.

Es würde auch meine Fraktion interessieren, Frau Ministerin, wenn sie gleich in ihrem Redebeitrag auch etwas über die länderübergreifende Anlaufstelle sagen könnten, die bereits im Oktober 2016 in Hamburg eingerichtet wurde. Dabei handelt es sich um eine zentrale Anlaufstelle der Frauenhäuser mit dem Namen „24/7“. Hier finden von Gewalt bedrohte und betroffene Frauen Schutz und Beratung durch pädagogische Fachkräfte – rund um die Uhr und jeden Tag. Darüber hinaus koordiniert die Anlaufstelle die Belegungen von und nach Schleswig-Holstein und unterstützt Frauenhausbewohnerinnen beim Übergang in eigenen Wohnraum. Denn das eigentliche Platzproblem resultiert daraus, dass die Verweildauer in den Frauenhäusern viel zu hoch ist, da in bestimmten Regionen des Landes kein bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung steht und somit die Frauen viel länger als gewünscht in den Frauenhäusern untergebracht werden müssen. Wir möchten wissen, wie die Anlaufstelle angenommen wird und was sie bereits über die Fortführung dieser Anlaufstelle berichten können.

Ein weiteres sehr wichtiges Projekt ist das zur Vermittlung vom bezahlbaren Wohnraum, wozu Sie, Frau Ministerin, bereits vorgestern den Startschuss gegeben haben. Damit soll gezielt Wohnungen für Frauen gefunden werden. Die Mittel dazu hatten wir bereits in der Küstenkoalition im Haushalt verankert. Auch hier werden wir darauf achten, dass diese Mittel verstetigt werden, wenn das Projekt erfolgreich ist.

Genauso wichtig sind aus unserer Sicht auch die Präventionsmaßnahmen. Hier müssen die Kooperations- und Interventionskonzepte bei häuslicher Gewalt, kurz KIK, fortgeführt und gegeben falls auch ausgebaut werden. Liebe Kolleginnen und Kollegen, denn das oberste Ziel unserer Maßnahmen sollte es sein, ein Aufenthalt in Frauenhaus zu verhindern.

Eine letzte Frage sei mir da noch erlaubt, Frau Ministerin. Laut unseren Informationen haben Sie bereits eine Abfrage in den Frauenhäusern nicht nur gestartet, sondern bereits durchgeführt. Um Antwort wurde bis zum 15.11. erbeten. Auch wurde den Frauenhäusern schon mitgeteilt, dass Sie für 2018 eine Million bereitstellen wollen und weitere zwei Millionen für 2019 vorgesehen sind. Also bedarf es gar keiner Aufforderung des Parlamentes. Wir gehen davon aus, dass die Richtlinie dann auch schnell kommen wird. Und Sie nun Kapazitäten haben, um der wichtigen Frage nachzugehen, ob wir nicht vielleicht dazu kommen müssen, ein zusätzliches Haus zu bauen, damit alle Frauen, die Schutz vor Gewalt suchen, diesen auch finden.

Pressekontakt:

Pressesprecher: Heimo Zwischenberger (h.zwischenberger@spd.ltsh.de)

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Serpil Midyatli: Schutzbedürftige Frauen brauchen ein ausreichendes Angebot gmbh kaufen ohne stammkapital

dena plädiert für eine alternative Finanzierung der EEG-Umlage

Berlin (ots)

   - Studie skizziert drei alternative Finanzierungsmodelle
   - Stärkerer Fokus auf Innovation und CO2-Reduktion als 
     Grundvoraussetzung
   - Andreas Kuhlmann: "Es wird Zeit, das EEG für die zweite Phase 
     der Energiewende fit zu machen" 

Eine Studie der Deutschen Energie-Agentur (dena) zur Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) skizziert drei alternative Finanzierungsmodelle, die den Einsatz von Strom aus erneuerbaren Energien in den Sektoren Industrie, Wärme und Verkehr und den Klimaschutz forcieren könnten. Das aktuelle Modell erhöht den staatlichen Anteil am Strompreis und begünstigt damit den Einsatz konventioneller Energieträger wie Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel. Es hemmt insbesondere die Entwicklung von Innovationen für die sektorübergreifende Energiewende und entfaltet keine Lenkungswirkung zur Reduktion von CO2-Emissionen. Zudem belastet es insbesondere Haushalte mit geringem Einkommen. Die skizzierten Alternativen setzen andere Anreize für den Umgang mit Energie und verschieben die Verteilung der Kosten. Nach Einschätzung der dena müssten für eine praktikable Lösung verschiedene Elemente kombiniert werden.

„Radikale Ecklösungen“ als Beitrag zur Debatte

„Das EEG hat einen raschen Ausbau der erneuerbaren Energien ermöglicht. Die zweite Phase der Energiewende braucht aber andere Finanzierungslösungen, die einen besseren Fokus auf die eigentliche Herausforderung haben: die Reduktion von CO2-Emissionen über die verschiedenen Sektoren hinweg. Das wäre eine wichtige klimapolitische Weichenstellung für die neue Legislaturperiode“, sagt Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. „Es zählt nicht nur, wohin das Geld aus der Umlage fließt, sondern auch, woher wir es nehmen. Mit einer neuen Finanzierung der Umlage würden ein komplexes Regelwerk radikal entschlackt und die Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien in anderen Sektoren erleichtert. Daraus wiederum entstünde erheblicher Spielraum für weitere innovative Technologien, die eine integrierte Energiewende voranbringen würden. Das würde im Effekt auch die Reduktion von CO2-Emissionen deutlich erleichtern.

Damit das gelingt, brauchen wir eine Vorstellung davon, welche Instrumente zu welchen Effekten führen. Es gilt, eine kluge Balance zu finden aus Anreizen für Klimaschutz und sektorübergreifende Lösungen, gerechter Verteilung der Kosten, Planungssicherheit, Einbettung in nationale und internationale Rahmenbedingungen sowie Vereinfachung des komplexen Systems aus Abgaben und Umlagen. Um ein besseres Gefühl für die damit verbundenen Verteilungs- und Lenkungswirkungen zu haben, haben wir bewusst ‚radikale Ecklösungen‘ betrachtet und im Partnerkreis diskutiert. Eine unserer Meinung nach wichtige Grundlage, um am Ende auf praktikable Lösungen zu kommen, auch wenn keiner der hier diskutierten Ansätze eins zu eins umgesetzt werden kann. Unsere Studie soll einen Beitrag zu dieser Debatte leisten.“

Untersucht hat die dena Alternativen zur Finanzierung der EEG-Umlage über eine an der Anschlussleistung orientierte Abgabe für Stromverbraucher, eine CO2-Abgabe auf fossile Energieträger und eine nicht energiebezogene Abgabe durch konsum- und einkommensbasierte Steuern. Die bestehende Finanzierung über eine Umlage von zuletzt 6,88 Cent je verbrauchte Kilowattstunde Strom wurde gleichzeitig auf Null gesetzt. Das würde Strom, der zunehmend aus erneuerbaren Energien stammt, gegenüber anderen Energieträgern stärken. Dank der geringeren staatlichen Preisbestandteile könnte der Strommarkt auch deutlichere Preissignale für den flexiblen Betrieb von Verbrauchsanlagen setzen. Als Gesamtsumme, die für die Förderung der erneuerbaren Energien aufgebracht werden muss, rechnet die Studie mit einem für das Jahr 2020 prognostizierten Höchstwert von rund 27,4 Milliarden Euro.

Option 1: Abgabe für Stromanschlussleistung

Die erste Option, die die Studie skizziert, ist – wie die bestehende EEG-Umlage – eine strombasierte Abgabe. Sie richtet sich allerdings nicht nach den verbrauchten Kilowattstunden, sondern nach der Anschlussleistung des Verbrauchers. Die Anschlussleistung ist die maximale elektrische Leistung, die ein Haushalt oder Unternehmen aus dem Stromnetz beziehen kann. Pro Kilowatt Anschlussleistung würde jeder Stromverbraucher jährlich eine Abgabe bezahlen.

Dieses Modell regt dazu an, die Anschlussleistung möglichst gering zu halten. Das ist insbesondere für Unternehmen interessant. Sie könnten in Anlagen investieren, die ihren Strombezug gleichmäßiger verteilen und so die Spitzenlast des Betriebs senken. Das würde zu einer Entlastung der Stromnetze und bestenfalls zu weniger Ausbaubedarf auf der Verteilnetzebene führen. Private Haushalte würden in diesem Szenario im Vergleich zu Unternehmen einen um fünf Prozent höheren Anteil für den Ausbau der erneuerbaren Energien zahlen als heute. Die Anschlussleistung von Haushalten ist meist standardisiert und wird nur selten in vollem Umfang ausgeschöpft.

Option 2: CO2-Abgabe auf fossile Energieträger

Die zweite Option ist eine energiebezogene Abgabe über den Bundeshaushalt. Hierbei werden Treibhausgasemissionen mit einer CO2-Abgabe je Tonne besteuert. Die Höhe der CO2-Abgabe ergibt sich aus dem Bedarf für die EEG-Umlage und wird für alle konventionellen Energieträger entsprechend ihrer CO2-Intensität bemessen. Der Finanzierungsbedarf würde so über eine CO2-Abgabe auf Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas abgedeckt. In dieser Option werden diejenigen Emissionen, die schon dem europäischen Emissionshandel (EU ETS) unterliegen, ausgeschlossen.

Ein Vorteil dieser Option ist die klimaschutzbezogene Lenkungswirkung. Die Anreize für Verbraucher würden steigen, konventionelle Technologien durch energieeffiziente und emissionsneutrale zu ersetzen, tendenziell auf Basis von Strom. Der Anteil der privaten Haushalte an der Finanzierung würde sich in diesem Szenario im Vergleich zu Unternehmen um sieben Prozent erhöhen. Profitieren würden vor allem Haushalte mit einem hohen Stromverbrauch und niedrigen Verbrauch von fossilen Brenn- und Kraftstoffen. Haushalte, die mit Öl oder Gas heizen und häufig Fahrzeuge mit Diesel- oder Benzinantrieb nutzen, würden hingegen stärker belastet.

Option 3: Nicht energiebezogene Abgabe

In der dritten Option wird die EEG-Umlage durch eine nicht energiebezogene Abgabe über den Bundeshaushalt finanziert. Das bedeutet, dass die Abgabe nicht an den Verbrauch von Energieträgern gekoppelt ist. Als Instrument käme zum einen eine konsumbasierte Steuer wie die Umsatzsteuer infrage, zum anderen eine einkommensabhängige Steuer wie der Solidaritätszuschlag.

Der Effekt für den Energiemarkt wäre ähnlich wie in der zweiten Option, aber weniger ausgeprägt. Der Verbrauch von Strom würde günstiger werden, aber die Preise für fossile Energieträger blieben unberührt. Bei einer Finanzierung der EEG-Umlage allein über die Umsatzsteuer würden die Kosten zu hundert Prozent auf die Haushalte entfallen. Eine einkommensabhängige Abgabe würde dazu beitragen, Haushalte mit niedrigem Einkommen zu entlasten und auch Unternehmen an den Kosten zu beteiligen. Eine mögliche Kombination wäre zum Beispiel, die Umsatzsteuer von heute 19 auf 21 Prozent zu erhöhen und einen Zuschlag von vier Prozent im Rahmen des Solidaritätszuschlags zu nutzen.

Andere Lösungsansätze verbunden mit rechtlichen Hürden

Andere Lösungsansätze aus der aktuellen Debatte wie einen Fonds oder eine Ausweitung der bestehenden EEG-Umlage auf die Sektoren Wärme und Verkehr wurden in der dena-Studie nicht berücksichtigt. Das Fonds-Modell wäre nach Einschätzung der Gutachter nur begrenzt anwendbar, weil es wegen der Schuldenbremse nicht komplett über den Bundeshaushalt abgedeckt werden könnte. Außerdem stellt es nur eine weitere Variante der Finanzierung über den Bundeshaushalt dar. Die Ausweitung der EEG-Umlage würde auf hohe rechtliche Hürden stoßen. Außerdem wäre die Verwaltung der Einnahmen außerhalb des Bundeshaushalts mit einem hohen verwaltungstechnischen Aufwand verbunden.

dena-Studie „Alternativen zur Finanzierung des EEG“

Die dena hat die Studie „Alternativen zur Finanzierung des EEG“ in Kooperation mit Unternehmen und Verbänden erstellt. Beteiligt waren: ARGE Netz GmbH & Co. KG, BP Europa SE, ista International GmbH, PNE WIND AG, Vattenfall Europe Innovation GmbH, Verband der Industrielle Energie- und Kraftwirtschaft e.V. (VIK). Als wissenschaftliche Gutachter wurden für die Kurzstudie das Finanzwissenschaftliche Forschungsinstitut an der Universität zu Köln (FiFo) sowie das Energiewirtschaftliche Institut an der Universität zu Köln (EWI) (in Zusammenarbeit mit ewi Energy Research & Scenarios) beauftragt.

Die Studie steht online unter www.dena.de/eeg-studie zur Verfügung.

Die zukünftige Finanzierung der Energiewende wird auch Thema sein auf dem dena-Kongress am 20. und 21. November in Berlin. Der dena-Kongress bietet die erste Gelegenheit nach der Bundestagswahl, bei einer branchenübergreifenden Konferenz über die Zukunft der Energiewende zu diskutieren. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung unter www.dena-kongress.de.

Pressekontakt:

Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena), Dr. Philipp Prein,
Chausseestraße 128 a, 10115 Berlin
Tel: +49 (0)30 66 777-641, Fax: +49 (0)30 66 777-699, E-Mail:
presse@dena.de, Internet: www.dena.de

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dena plädiert für eine alternative Finanzierung der EEG-Umlage Vorrats GmbH

EANS-News: UNIQA Insurance Group AGUNIQA nach 9 Monaten mit mehr Prämie und höherem Ergebnis

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Unternehmen

Wien - UNIQA nach 9 Monaten mit mehr Prämie und höherem Ergebnis


* Verrechnete Konzernprämien um 6,1 Prozent auf 4.043,9 Millionen Euro gestiegen
* Versicherungstechnisches Ergebnis um 69,4 Prozent auf 97,9 Millionen Euro
  gestiegen
* Combined Ratio auf 97,1 Prozent verbessert
* Kapitalanlageergebnis durch anhaltendes Niedrigzinsumfeld um 6,2 Prozent auf
  393,6 Millionen Euro gesunken
* Ergebnis vor Steuern um 21,8 Prozent auf 181,4 Millionen Euro gestiegen
* Ergebnisausblick für 2017 bestätigt: leichte Verbesserung des Ergebnisses vor
  Steuern im Vergleich zum Vorjahr
* Progressive Dividendenpolitik soll fortgesetzt werden



Die UNIQA Insurance Group (UNIQA) ist in den ersten drei Quartalen 2017 in allen
Versicherungssparten weiter gewachsen. In Summe stiegen die verrechneten Prämien
inklusive der Sparanteile der fonds- und der indexgebundenen Lebensversicherung
um gute 6,1 Prozent. Strategiekonform konnten die Prämieneinnahmen vor allem in
Zentral- und Osteuropa deutlich gesteigert werden (+ 19,7 Prozent), insbesondere
in der Schaden- und Unfallversicherung sowie der fonds- und der indexgebundenen
Lebensversicherung. Auch in Österreich sind die Prämien um 0,7 Prozent leicht
gestiegen, wobei die Krankenversicherung und die Schaden- und Unfallversicherung
deutlich zugelegt haben, während die Prämien aus der Lebensversicherung durch
die strategische Zurückhaltung bei Einmalerlägen zurückgegangen sind.

UNIQA CEO Andreas Brandstetter: "Mit der Entwicklung in den ersten neun Monaten
sind wir zufrieden: Es ist uns gelungen, die Prämien weiter zu steigern, und wir
konnten auch beim Ergebnis vor Steuern deutlich zulegen. Auch mit unseren
Anstrengungen zur nachhaltigen Verbesserung im Kerngeschäft waren wir
erfolgreich: Vor allem aufgrund der Reduktion der Kostenquote und der weiteren
Verbesserung der Combined Ratio ist es gelungen, das versicherungstechnische
Ergebnis um 69,4 Prozent zu steigern. Diese nachhaltige Verbesserung
überkompensiert sowohl die Rückgänge im Kapitalanlageergebnis, wo uns die Folgen
des Niedrigzinsumfeldes nach wie vor zu schaffen machen, als auch die erhöhten
Schäden aus den Wetterereignissen der ersten neun Monate.

Auch nach den zusätzlichen Sturmschäden im Oktober erwarten wir für das
Geschäftsjahr 2017 unverändert eine leichte Verbesserung des Ergebnisses vor
Steuern gegenüber dem Vorjahr und beabsichtigen, die Dividende je Aktie auch für
das Geschäftsjahr 2017 wieder moderat zu erhöhen."

Konzernkennzahlen 1 - 9/2017 im Detail
Die gesamten verrechneten Prämien der UNIQA Group inklusive der Sparanteile der
fonds- und der indexgebundenen Lebensversicherung stiegen in den ersten drei
Quartalen 2017 aufgrund des soliden Wachstums in allen Sparten um 6,1 Prozent
auf 4.043,9 Millionen Euro (1 - 9/2016: 3.812,3 Millionen Euro). Die darin
enthaltenen laufenden Prämien stiegen um 3,8 Prozent auf 3.837,2 Millionen Euro
(1 - 9/2016: 3.695,5 Millionen Euro). Die abgegrenzten Nettoprämien
einschließlich der Nettosparanteile der Prämien aus der fonds- und der
indexgebundenen Lebensversicherung erhöhten sich um 7,1 Prozent auf 3.844,4
Millionen Euro (1 - 9/2016: 3.590,8 Millionen Euro). Die abgegrenzten Prämien im
Eigenbehalt (nach IFRS) stiegen um 4,2 Prozent auf 3.473,0 Millionen Euro (1 -
9/2016: 3.332,4 Millionen Euro).

Alle drei Versicherungssparten wiesen auch in den ersten drei Quartalen 2017
positive Wachstumsraten auf. In der Krankenversicherung stiegen die verrechneten
Prämien im Berichtszeitraum um 3,7 Prozent auf 783,5 Millionen Euro (1 - 9/2016:
755,2 Millionen Euro), jene in der Schaden- und Unfallversicherung wuchsen in
den ersten neun Monaten des Jahres 2017 um 5,7 Prozent auf 2.048,4 Millionen
Euro (1 - 9/2016: 1.937,6 Millionen Euro). In der Lebensversicherung wuchsen die
gesamten verrechneten Prämien inklusive der Sparanteile der fonds- und der
indexgebundenen Lebensversicherung - getrieben vom starken Wachstum der
Einmalerläge in Polen in den ersten drei Quartalen - um 8,3 Prozent auf 1.211,9
Millionen Euro (1 - 9/2016: 1.119,4 Millionen Euro).

Im internationalen Bereich stiegen die verrechneten Prämien um stattliche 19,7
Prozent auf 1.217,7 Millionen Euro (1 - 9/2016: 1.017,3 Millionen Euro), in
Österreich stiegen sie leicht auf 2.739,9 Millionen Euro (1 - 9/2016: 2.774,7
Millionen Euro).

Der Gesamtbetrag der Versicherungsleistungen im Eigenbehalt der UNIQA Group
erhöhte sich in den ersten drei Quartalen 2017 um 2,9 Prozent auf 2.659,0
Millionen Euro (1 - 9/2016: 2.585,1 Millionen Euro) und wuchs damit deutlich
langsamer als die Prämien.

Die gesamten Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb abzüglich der erhaltenen
Rückversicherungsprovisionen stiegen in den ersten neun Monaten des Jahres 2017
nur leicht um 0,9 Prozent auf 942,7 Millionen Euro (1 - 9/2016: 934,5 Millionen
Euro). Dabei blieben die Aufwendungen für den Versicherungsabschluss trotz des
deutlich gestiegenen abgegrenzten Prämienvolumens mit 645,5 Millionen Euro fast
auf dem Niveau des Vorjahres (1 - 9/2016: 644,4 Millionen Euro). Die sonstigen
Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb (Verwaltungskosten) stiegen in den
ersten drei Quartalen 2017 bedingt durch Aufwendungen in Höhe von rund 25
Millionen Euro im Rahmen des Innovations- und Investitionsprogramms um 2,4
Prozent auf 297,2 Millionen Euro (1 - 9/2016: 290,1 Millionen Euro).

Die Gesamtkostenquote - das Verhältnis der gesamten Aufwendungen für den
Versicherungsbetrieb zu den abgegrenzten Prämien einschließlich der
Nettosparanteile der Prämien aus der fonds- und der indexgebundenen
Lebensversicherung - verbesserte sich unter Einbeziehung der erhaltenen
Rückversicherungsprovisionen auf 24,5 Prozent (1 - 9/2016: 26,0 Prozent). Die
Combined Ratio nach Rückversicherung verbesserte sich auf 97,1 Prozent (1 - 9/
2016: 98,3 Prozent).

Das Kapitalanlageergebnis sank unter dem Einfluss des anhaltenden
Niedrigzinsumfelds und negativer Währungseffekte in Höhe von rund 56 Millionen
Euro in den ersten drei Quartalen 2017 um 6,2 Prozent auf 393,6 Millionen Euro
(1 - 9/2016: 419,4 Millionen Euro).

Der Kapitalanlagebestand der UNIQA Group (einschließlich als Finanzinvestitionen
gehaltener Immobilien, nach der Equity-Methode bilanzierter Finanzanlagen und
sonstiger Kapitalanalgen) reduzierte sich zum 30. September 2017 gegenüber dem
letzten Bilanzstichtag auf 19.526,7 Millionen Euro (31. Dezember 2016: 20.024,8
Millionen Euro).

Das versicherungstechnische Ergebnis der UNIQA Group verbesserte sich in den
ersten drei Quartalen 2017 um 69,4 Prozent auf 97,9 Millionen Euro (1 - 9/2016:
57,8 Millionen Euro). Diese Verbesserung reflektiert die gesunkenen Kostenquoten
im Bereich der Krankenversicherung und der Lebensversicherung sowie die
verbesserte Combined Ratio in der Schaden- und Unfallversicherung. Das operative
Ergebnis erhöhte sich um 9,9 Prozent auf 226,3 Millionen Euro (1 - 9/2016: 205,9
Millionen Euro). Das Ergebnis vor Steuern der UNIQA Group erhöhte sich um 21,8
Prozent auf 181,4 Millionen Euro (1 - 9/2016: 148,9 Millionen Euro).

Das Konzernergebnis (den Aktionären der UNIQA Insurance Group AG zurechenbarer
Anteil des Periodenergebnisses) reduzierte sich um 23,1 Prozent auf 114,4
Millionen Euro (1 - 9/2016: 148,8 Millionen Euro). Darin enthalten ist ein
negatives Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen (nach Steuern) in Höhe
von 33,1 Millionen Euro aufgrund einer einmaligen Belastung aus der
Kaufpreisanpassung im Rahmen der Veräußerung des Italiengeschäfts. Das Ergebnis
je Aktie lag bei 0,37 Euro (1 - 9/2016: 0,48 Euro).

Das Eigenkapital der UNIQA Group belief sich auf 3.107,6 Millionen Euro (31.
Dezember 2016: 3.186,3 Millionen Euro).

Die durchschnittliche Zahl der Mitarbeiter der UNIQA Group sank in den ersten
neun Monaten des Jahres 2017 auf 12.797 (1 - 9/2016: 13.584).

Ausblick
Aufgrund der starken Entwicklung in den ersten neun Monaten rechnet UNIQA für
das Geschäftsjahr 2017 mit einem deutlichen Wachstum der verrechneten Prämien
von rund 4 Prozent. Für das Gesamtjahr 2017 erwartet UNIQA, unabhängig von den
Unwetterschäden im Juli, August und Oktober weiterhin eine leichte Verbesserung
des Ergebnisses vor Steuern im Vergleich zum Vorjahr. Trotz des seit 2016
laufenden Investitionsprogramms und des herausfordernden Niedrigzinsumfelds
beabsichtigt UNIQA auch weiterhin, die jährliche Ausschüttung je Aktie im Rahmen
einer progressiven Dividendenpolitik in den kommenden Jahren kontinuierlich zu
steigern.

Vorbehalt bei Zukunftsaussagen
Diese Mitteilung enthält Aussagen, die sich auf die zukünftige Entwicklung von
UNIQA beziehen. Diese Aussagen stellen Einschätzungen dar, die auf Basis aller
uns zum aktuellen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Informationen getroffen
wurden. Sollten die zugrunde gelegten Annahmen nicht eintreffen, so können die
tatsächlichen Ergebnisse von den zurzeit erwarteten Ergebnissen abweichen. Eine
Gewähr kann für diese Angaben daher nicht übernommen werden.

UNIQA
Die UNIQA Group ist eine der führenden Versicherungsgruppen in ihren Kernmärkten
Österreich und Zentral- und Osteuropa (CEE). Rund 20.000 Mitarbeiter und
exklusive Vertriebspartner betreuen in 18 Ländern mehr als 9,6 Millionen Kunden.
In Österreich ist UNIQA mit einem Marktanteil von über 21 Prozent der
zweitgrößte Versicherungskonzern. In der Wachstumsregion CEE ist UNIQA in 15
Märkten zu Hause: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Kosovo,
Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Polen, Rumänien, Russland, Serbien, Slowakei,
Tschechien, Ukraine und Ungarn. Darüber hinaus zählen auch Versicherungen in der
Schweiz und Liechtenstein zur UNIQA Group.





Rückfragehinweis:
UNIQA Insurance Group AG 
Norbert Heller
Tel.: +43 (01) 211 75-3414
mailto:norbert.heller@uniqa.at

Ende der Mitteilung                               euro adhoc
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Emittent:    UNIQA Insurance Group AG
             Untere Donaustraße 21
             A-1029 Wien
Telefon:     01/211 75-0
FAX:         
Email:    investor.relations@uniqa.at
WWW:      http://www.uniqagroup.com
ISIN:        AT0000821103
Indizes:     ATX, WBI
Börsen:      Wien
Sprache:     Deutsch
 

  Nachrichten

EANS-News: UNIQA Insurance Group AG
UNIQA nach 9 Monaten mit mehr Prämie und
höherem Ergebnis kann gesellschaft haus kaufen

Weihnachtskarten schon jetzt schreibenFünf DSH-Tipps für eine entspannte Vorweihnachtszeit

zur DSH-Website

Hamburg (ots) – In Supermärkten sieht es schon seit September nach Weihnachten aus, und doch kommt Heiligabend für viele Menschen sehr überraschend. Kurz vor den Feiertagen dominiert dann der Stress. Auch das Unfallrisiko steigt, wenn Hektik dominiert, um doch noch ein gelungenes Fest zu organisieren.

Dabei gibt es einige Programmpunkte rund ums Fest, die schon jetzt entspannt erledigt werden können. Die Aktion DAS SICHERE HAUS (DSH) hat fünf davon zusammengestellt:

Tipps der Aktion DAS SICHERE HAUS (DSH)

1. Grauer Novemberabend, bunte Weihnachtskarten: Wer die Weihnachtspost jetzt schon erledigt, spürt Vorfreude auf das Fest, nimmt dem November die Schwere und sich selbst den Druck, kurz vor dem Fest noch alle lieben Menschen zu bedenken.

2. Wer bekommt was geschenkt? Jetzt ist Zeit für inspirierende Bummel durch die Geschäfte und wohlüberlegte Geschenke.

3. Rechtzeitig die Lichterkette für den Weihnachtsbaum überprüfen oder Weihnachtsbaumkerzen kaufen. Noch ist die Auswahl groß, und man erspart sich eine große Enttäuschung, wenn am 24. Dezember der Weihnachtsbaum nicht leuchtet.

4. Arbeit in der Familie aufteilen: Wer kümmert sich um die Geschenke? Wer besorgt den Baum und schmückt ihn? Wer backt wann was – und wer besorgt dafür die Zutaten?

5. Welche Lebensmittel werden für die Feiertage benötigt? Welches Menü ist geplant und welche vereinfachten Varianten davon kommen in Frage? Was kann schon im Voraus gekauft und zubereitet werden?

Über die DSH:

Die Aktion DAS SICHERE HAUS (DSH) informiert über Unfallgefahren in Heim und Freizeit. Mit ihrer Arbeit will die gemeinnützige DSH dazu beitragen, die hohen Unfallzahlen zu senken: Pro Jahr verunglücken in Deutschland rund 3,2 Millionen Menschen durch einen Haushaltsunfall.

Pressekontakt:

Dr. Susanne Woelk, DSH-Geschäftsführerin.
Tel.: 040 / 29 81 04 62, Fax: 040 / 29 81 04 71,
Mail: s.woelk@das-sichere-haus.de.

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Weihnachtskarten schon jetzt schreiben
Fünf DSH-Tipps für eine entspannte Vorweihnachtszeit gmbh kaufen ohne stammkapital

Sturm Herwart: Bahn-Entschädigung auch bei höherer Gewalt

Ismaning (ots) – Sturm Herwart sorgt weiter für erhebliche Beeinträchtigungen im Bahnverkehr. Noch immer sind nicht alle Strecken wieder befahrbar. Wer deshalb mit mindestens einer Stunde Verspätung ans Ziel kommt, erhält im Rahmen der Fahrgastrechte eine Entschädigung. Grund dafür ist ein Urteil, wonach die Bahn auch bei höherer Gewalt haftet.

EuGH-Urteil: Fahrgastrechte gelten uneingeschränkt bei höherer Gewalt

„Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass höhere Gewalt die Fahrgastrechte im Eisenbahnverkehr nicht ausschließt“, erklärt David Scheibler, der das Bahn-Infoportal Zugreiseblog betreibt. Anders als etwa Airlines haftet die Bahn demnach ebenfalls bei Ausfällen und Verspätungen aufgrund von Unwettern oder Streiks.

„Die Bahn kann Entschädigungszahlungen also nicht einfach mit Hinweis auf den Sturm Herwart ablehnen“, sagt Scheibler. Vielmehr stehe Bahnkunden im Verspätungsfall eine Entschädigung von bis zu 50 Prozent des Ticketpreises zu. Der genaue Prozentsatz richtet sich dabei nach der Höhe der Verspätung.

EU möchte Entschädigung bei höherer Gewalt künftig ausschließen

Doch diese kundenfreundliche Regelung könnte sich bald ändern. Die Europäische Kommission möchte die Fahrgastrechteverordnung nämlich überarbeiten. In einem ersten Entwurf wurde bereits festgelegt, dass Bahnunternehmen bei höherer Gewalt künftig nicht mehr haften sollen.

Als Begründung verweist die Kommission auf die Entschädigungsregelungen im Bus- und Flugverkehr. Dort ist eine Haftung des Beförderers bei höherer Gewalt bereits ausgeschlossen. Bahnunternehmen würden deshalb im Vergleich zu anderen Marktteilnehmern stärker belastet.

Scheibler lehnt die geplante Neuregelung der Fahrgastrechteverordnung trotzdem ab: „Statt die Bahn bei höherer Gewalt ebenfalls von der Haftung auszunehmen, sollte die EU lieber den hohen Standard für Entschädigungen im Eisenbahnverkehr auch auf Flugzeuge und Busse ausweiten.“

Hierdurch könnte die Benachteiligung der Bahnunternehmen ebenfalls beseitigt, aber gleichzeitig die Kundenrechte für alle öffentlichen Verkehrsmittel gestärkt werden, sagt der Zugreiseblog-Gründer.

Bahn übernimmt Taxi- und Übernachtungskosten

Wenn wie bei den Stürmen Xavier oder Herwart viele Menschen nicht mehr weiterreisen können, stellt die Deutsche Bahn in großen Städten außerdem regelmäßig sogenannte Hotelzüge zur Verfügung. Zudem bietet das Unternehmen dann auch im Vorfeld die kostenlose Umbuchung oder Rückerstattung von Tickets an.

Sofern eine Weiterreise zum Zielbahnhof am selben Tag nicht mehr möglich ist, erstattet die Bahn ebenfalls Taxi- und Hotelkosten. „Taxifahrten werden bis maximal 80 Euro ersetzt. Übernachtungskosten müssen gemäß der Fahrgastrechteverordnung hingegen lediglich angemessen sein“, erklärt Scheibler.

Bahnfahrer sollten die Rechnungen in jedem Fall aufheben und anschließend zusammen mit dem Fahrgastrechteformular einreichen. Zudem müssen sie sich vorher – soweit möglich – entweder an den Zugbegleiter oder an einen Bahnmitarbeiter am Bahnhof wenden.

(EuGH, Urteil vom 26.09.2013, Az. C-509/11)

Über Zugreiseblog.de:

Das Zugreiseblog ist eines der größten Bahn- und Mobilitätsblogs in Deutschland. Neben Tricks zur Buchung günstiger Fahrkarten gibt es hier Informationen zu Bahnfahrten auf der ganzen Welt. In den Online-Reiseführern finden sich ausführliche Destinationsbeschreibungen, aktuelle Fahrpläne, praktische Hinweise zum Ticketkauf sowie allgemeine Infos zu den Zügen und Strecken vor Ort. David Scheibler hat Zugreiseblog.de im Sommer 2015 gegründet.

Pressekontakt:

Zugreiseblog.de
David Scheibler
Fasanenstraße 17
85737 Ismaning

Telefon: +49 (0)89 95 84 07 87
E-Mail: presse@zugreiseblog.de
https://www.zugreiseblog.de

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Sturm Herwart: Bahn-Entschädigung auch bei höherer Gewalt
insolvente gmbh kaufen

Widerruf Autokredit – Gute Nachrichten aus Berlin für AutofahrerLandgericht Berlin: VW-Bank belehrte Kunden falsch über das Widerrufsrecht

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Widerruf Autokredit – Gute Nachrichten aus Berlin für Autofahrer / Landgericht Berlin: VW-Bank belehrte Kunden falsch über das Widerrufsrecht / Rechtsanwalt Ilja Ruvinskij, Partner und Rechtsanwalt der Kraus Ghendler Ruvinskij Anwaltskanzlei / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/127230 / Die… mehr

Zum Ersparnisrechner

Köln (ots) – Am 24.10.2017 fand vor dem Landgericht Berlin der zweite Teil der aufsehenerregenden Verhandlung über den Widerruf eines VW-Kredits statt. Das Verfahren wurde durch die Berichtserstattung der Stiftung Warentest in das Zentrum der medialen Aufmerksamkeit gerückt. Denn hier ging es nicht allein um den Widerruf eines einzelnen Kreditvertrags zur Finanzierung eines Schummeldiesels – die Entscheidung der Vorsitzenden Richterin Marianne Voigt wird Auswirkungen auf Millionen Kreditverträge sämtlicher Autobanken haben. Der Verkündungstermin wurde auf den 05.12.2017 anberaumt.

Kreditverträge der VW-Bank sind fehlerhaft

Rechtsanwalt Ruvinskij beobachtete die Verhandlung vor Ort und hat Folgendes zu berichten: „So wie es aussieht, dürfte hier dem Kläger ein Durchbruch gelungen sein. Die Richterin hielt an ihrer bereits im ersten Teil der Verhandlung im April geäußerten Auffassung fest und erachtete die von der VW-Bank erteilte Widerrufsinformation für falsch. Gleich mehrere im Rahmen des Vertragsschlusses gesetzlich vorgesehenen Pflichtangaben wurden nach Meinung des Gerichts nicht ordnungsgemäß erteilt. Die Folge: der Vertrag muss rückabgewickelt werden. Der Kunde gibt sein gebrauchtes Fahrzeug zurück an die Bank und erhält die Anzahlung und die geleisteten Raten zurück.

In dieser Hinsicht ist die Position der Richterin absolut zu begrüßen. Insofern bestätigte das Gericht die von uns vertretene Rechtsauffassung und eröffnet den Kunden, die einen Wagen bei der VW-Bank finanziert haben, die Möglichkeit ihren Darlehensvertrag zu widerrufen.

Thema Nutzungsentschädigung bleibt streitig

Ärgerlich ist allerdings, dass die Vorsitzende Voigt von ihrer im April geäußerten Auffassung zu der Nutzungsentschädigung abzurücken scheint. Im Rahmen des ersten Verhandlungstermins war ihre Haltung noch ganz klar: Ist die Widerrufsinformation nicht korrekt, bestünde kein Anspruch auf Nutzungswertersatz. Diese Position relativierte die Richterin im Prozess. Die Pflichtangaben seien zwar nicht ordnungsgemäß erteilt, eine Nutzungsentschädigung entfalle aber nur, wenn die Widerrufsbelehrung selbst Fehler enthält. Nach Ansicht der Richterin war das in diesem Darlehensvertrag der VW Bank nicht der Fall.

Diese Schlussfolgerung erscheint nicht konsequent und zwar vor dem folgenden Hintergrund: Darlehensverträge können aus zwei Gründen widerrufbar sein. Einerseits wenn die Widerrufsbelehrung selbst Fehler enthält andererseits wenn im Vertrag nicht alle Pflichtangaben gemacht wurden, zu denen die Bank verpflichtet ist, z.B. die Angabe des effektiven Jahreszinses. Die Richterin betrachtete die Belehrung losgelöst von den Pflichtangaben und hat nur auf inhaltliche Fehler innerhalb der konkreten Information geachtet. Man kann das Gesetz jedoch auch anders interpretieren, und von einer ordnungsgemäßen Widerrufsinformation nur dann ausgehen, wenn sie geeignet ist den Beginn der Widerrufsfrist auszulösen. Dazu gehört auch die Benennung sämtlicher Pflichtangaben.

Landgericht Berlin könnte den Weg für Millionen Autofahrer ebnen Es bleibt abzuwarten, wie das Landgericht Berlin seine Entscheidung begründet. Klar ist allerdings schon jetzt: jetzt wo die Dämme für den Widerruf des Kredits gebrochen sind, wird die Frage der Nutzungsentschädigung die Gerichte noch intensiv beschäftigen.“ Aber schauen wir auf das andere Szenario. Was bedeutet dieses vorläufige Ergebnis für Verbraucher, die ihren Kreditvertrag nun mit guten Erfolgsaussichten widerrufen dürfen.

Widerruf ist in der Regel wirtschaftlich sinnvoll

In solchen Fällen orientiert sich die Entscheidung für einen Widerruf an der Wirtschaftlichkeit im konkreten Fall. Als Faustformel gilt: je weniger Kilometer Sie mit dem Fahrzeug zurückgelegt haben, desto lohnenswerter ist der Widerruf. Wir machen eine kleine Rechnung auf mit den repräsentativen Zahlen aus unserer Statistik (ca. 900 Fälle).

   - Durchschnittlicher Kaufpreis: 28.000 EUR
   - Kaufzeitpunkt:	15. Juni 2015
   - Durchschnittliche jährliche Laufleistung eines PKWs: 14.015 km 
     (Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt) 
   - Durchschnittliche Gesamtlaufleistung: 250.000 km 

Eine Orientierung bei der Ermittlung der Nutzungsentschädigung bietet die folgende Formel:

(Gefahrene Kilometer x Kaufpreis)/Gesamtlaufleistung

(32.701 km x 28.000 EUR)/ 250000 km = 3.662,5 EUR

Auf einen Monat heruntergerechnet liegt die durchschnittliche Nutzungsentschädigung bei ca. 130 EUR. Solche Konditionen der Fahrzeugnutzung sind in Anbetracht des herkömmlichen Wertverlustes auf dem freien Markt äußerst vorteilhaft. Und das gilt nicht nur für Dieselfahrer, die ihre Fahrzeuge kaum noch loswerden können, sondern auch für die übrigen Autofahrer.

Fazit

Das Urteil ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Rechtsanwalt Ruvinskij ist sich sicher: auch andere Gerichte werden die Widerrufsinformationen der Autobanken kippen und Autofahrern die Rückabwicklung ihrer Kaufverträge ermöglichen. Und auch in dem Kapitel Nutzungsentschädigung ist das letzte Wort noch lange nicht gesprochen. Für die verbraucherfreundliche Sicht streiten viele gute Argumente die sich früher oder später durchsetzen werden.

Die Kraus Ghendler Ruvinskij Anwaltskanzlei ist eine der führenden Kanzleien im Widerruf von Autokrediten mit Standorten in Berlin, Essen, Frankfurt, Hamburg, Köln und München.

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Pressesprecher: RA Ilja Ruvinskij
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