„Broken German“ gewinnt Deutschen Hörspielpreis der ARDSWR-Produktion von Noam Brusilovsky nach dem Roman von Tomer GardiPreis für die beste schauspielerische Leistung an Lars Rudolph

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Noam Brusilovsky (re.) erhält den Deutschen Hörspielpreis der ARD 2017 für sein Hörspiel „Broken German“, eine Produktion des Südwestrundfunks. Bild von der Preisverleihung, zusammen mit Dor Aloni, Darsteller in dem Gewinnerstück.

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Baden-Baden (ots) – Karlsruhe. Das Hörspiel „Broken German“ des jungen israelischen Theater- und Hörspiel-Regisseurs Noam Brusilovsky (Produktion: Südwestrundfunk) ist heute Abend (Samstag) in Karlsruhe mit dem Deutschen Hörspielpreis der ARD ausgezeichnet worden. „Broken German“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Tomer Gardi, in dem ein israelischer Mann in gebrochenem Deutsch berichtet: von einer Reise nach Berlin mit fremden Koffern, von Erinnerungen an das von Nazis besetzte Rumänien, vom Kauf eines Messers, von pöbelnden Skins und von einer Leiche in der Besenkammer des Jüdischen Museums. Der Hauptpreis der ARD Hörspieltage ist mit 5.000 Euro dotiert und mit der Ausstrahlung in den Kulturradios der beteiligten Sender verbunden. Für den Deutschen Hörspielpreis der ARD konnten die Landesrundfunkanstalten der ARD, das Deutschlandradio sowie ORF und SRF jeweils ein Hörspiel einreichen.

Der mit 3.000 Euro dotierte „Deutsche Hörspielpreis für die beste schauspielerische Leistung“ geht an Schauspieler Lars Rudolph. Er wird für seine darstellerische Leistung in dem Hörspiel „Der goldene Handschuh“ nach dem gleichnamigen Roman von Heinz Strunk (Produktion: NDR) gewürdigt. Alleinige Jurorin war Schauspielerin Tina Engel.

Der mit 5.000 Euro dotierte Deutsche Kinderhörspielpreis ging an die Autorin Angela Gerrits für ihr Hörspiel „Die Nanny-App“ (Produktion: HR/BR). Die Besucher des Festivals und die Nutzer der Internetseite www.hoerspieltage.ARD.de bestimmten das Hörspiel „Verfluchtes Licht“ von Lukas Holliger (Produktion: SRF) zum Gewinner des Publikumspreises „ARD Online Award“ (2.500 Euro). Eine Kinderjury zeichnete das Hörspiel „Käferkumpel“ von Heidi Knetsch und Stefan Richwien (Produktion: NDR/HR) mit dem Kinderhörspielpreis der Stadt Karlsruhe aus (2.000 Euro). Der mit 1.000 Euro dotierte Preis „ARD PiNball“ für freie Produzenten ging an Leo Hofmann für sein Kurzhörspiel „Mobile Karma“.

Die Jury schreibt in ihrer Begründung für den Deutschen Hörspielpreis der ARD u. a.: „‚Broken German‘ macht ununterbrochen neue Verständigungsangebote: Bildungsroman, Künstlerparabel, Kunstsatire, Krimi, Verwechslungskomödie, Genderfantasie, Familiengeschichte – und entzieht sich zugleich der festschreibenden Identifizierung. ‚Broken German‘ lässt sich nicht von zeitgeistigen Diskursen vereinnahmen, sondern vertraut dem Eigenwert des Literarischen; auf die durch die vermeintlichen Fehler geworfenen ‚babylonischen Schatten‘ und auf das ‚babylonische Licht‘ der ‚Radiliverständigung‘. Noam Brusilovskys Bearbeitung verstärkt die Romanvorlage Tomer Gardis nicht nur, sondern macht aus ihr ein eigenständiges, so nur im Akustischen mögliches Kunstwerk. Mit einem hohen Tempo, virtuoser Sprecherführung und einer leichthändigen Erzählweise antwortet der Autor und Regisseur Noam Brusilovsky auf das Verlangen des Textes nach Mündlichkeit. Jener Mündlichkeit, die uns tagtäglich umgibt und die als Reichtum zu begreifen und nicht als Mangel zu beurteilen ist. Gardi und Brusilovsky formulieren eine Sprache, die eine zwingende Herausforderung für die Gesellschaft wie für das Radiopublikum ist. Mit anderen Worten: ‚Broken German‘ muss man hören.“

Die ARD Hörspieltage finden zum 14. Mal statt und sind das größte Festival für das Hörspiel im deutschsprachigen Raum.

Video der Preisverleihung ab 11.11.2017 auf www.hoerspieltage.ARD.de

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